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Iran testet Langstreckenrakete mit Reichweite bis Israel

09.07.2008 

Teheran (AFP) — Der Iran hat mit dem Test einer Langstreckenrakete die Spannungen in der Region weiter geschürt. Die Revolutionsgarden feuerten iranischen Medien zufolge eine Rakete vom Typ Schahab 3 ab, die mit einer Reichweite von 2000 Kilometern Israel erreichen könnte. Damit hätten die Revolutionsgarden ihr Leistungsvermögen gezeigt, um der "abenteuerlichen Politik" der Feinde des Iran entgegenzutreten, sagte der Marinechef der Elitetruppe der Nachrichtenagentur Fars. Die Bundesregierung forderte den Iran auf, "jede Art des Säbelrasselns zu unterlassen".

 

Insgesamt hätten die Revolutionsgarden neun Raketen abgefeuert, darunter eine vom Typ Schahab 3, berichtete der iranische Fernsehsender El Alam. Für den Testflug war die Rakete demnach mit einem eine Tonne schweren, konventionellen Sprengkopf bestückt. Die Rakete eigne sich zur Bombardierung von Militärstützpunkten, Truppen oder feindlichen Schiffen, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars.

 

Der Abschuss der Schahab-3-Rakete fällt in eine Zeit der diplomatischen Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Staaten, die ein Ende des iranischen Atomprogramms fordern. Am Dienstag drohte der Iran, Tel Aviv sowie die US-Flotte im Persischen Golf "in Brand zu setzen", falls seine Atomanlagen angegriffen würden. In den vergangenen Wochen hatten zudem Spekulationen über einen möglichen militärischen Angriff auf den Iran zugenommen, nachdem Israel ein entsprechendes Luftwaffenmanöver über dem Mittelmeer organisiert hatte.

 

Die Bundesregierung habe den Raketenabschuss "mit Sorge zur Kenntnis genommen", sagte Vizeregierungssprecher Thomas Steg in Berlin. Im Streit um das Atomprogramm habe die Sechsergruppe aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie China, Russland und den USA in den vergangenen Wochen intensiv bemüht, dem Land ein Angebot zu unterbreiten. Es sei "bedauerlich, dass der Iran die Geste der Staatengemeinschaft nun seinerseits mit einer Geste des schlechten Willens beantwortet hat", kritisierte Steg.

 

Auch die US-Regierung kritisierte den Raketentest scharf. Der Iran solle "unverzüglich" die Entwicklung von Raketen stoppen, die als Träger atomarer Sprengköpfe genutzt werden könnten, sagte ein US-Regierungssprecher am Rande des G-8-Gipfels im japanischen Toyako. Der Test zeige, dass die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm "keine Einbildung" sei, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice in der bulgarischen Hauptstadt Sofia.

 

Qazimohamad

Dr.Abdulrahman Qasmlu

Dr.Sadeq  Scharafkandi