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177 Minderjährige im Iran zum Tode verurteilt

20.06.2008

In den letzten zehn Jahren wurden 177 Minderjährige im Iran zum Tode verurteilt – knapp 30 wurden bisher auch hingerichtet. Der jüngste unter den Todeskandidaten ist erst zwölf Jahre alt. Ein Sprecher des iranischen Justizministeriums dementierte zunächst die Verurteilung Minderjähriger. Allerdings räumte er ein, dass im Rahmen der islamischen Blutrache, der Qisas, Ausnahmen bestünden.

 

Im Iran wurden in den vergangenen zehn Jahren laut dem Bericht einer Menschenrechtsorganisation 177 Minderjährige zum Tode verurteilt. Knapp 30 von ihnen seien hingerichtet worden, die Übrigen warteten immer noch in Gefängnissen auf die Vollstreckung des Urteils, erklärte die Internationale Kampagne für Menschenrechte im Iran am Dienstag. Der jüngste unter den Häftlingen war bei seiner Verurteilung 2005 nur zwölf Jahre alt.

 

Die Menschenrechtsorganisation forderte die Verhängung von internationalen Sanktionen. Nur dies würde dem Iran zeigen, „dass es kein normales Verhältnis zum Rest der Welt geben kann, solange diese Barbarei anhält“, sagte Aaron Rhodes, ein Sprecher der Gruppe in Wien. Viele der Verurteilungen beruhten außerdem auf Geständnissen, die nur durch Folter zustande gekommen seien. Mehr als zwei Drittel aller Hinrichtungen von Minderjährigen weltweit fänden im Iran statt.

 

Auch Amnesty International kritisiert den Iran deswegen heftig. Dort seien „seit 1990 mehr Jugendliche hingerichtet worden als in jedem anderen Land der Welt“, hieß es im Jahresbericht 2007. Ein Sprecher des Teheraner Justizministeriums erklärte, dass keine Minderjährigen hingerichtet würden. Allerdings bestünden im Rahmen der islamischen Blutrache, der Qisas, Ausnahmen, räumte er ein.

 

Qazimohamad

Dr.Abdulrahman Qasmlu

Dr.Sadeq  Scharafkandi