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Zusammenfassende Geschichte der Demokratische Partei Kurdistan-Iran
Jahrestag der Kurdenmorde In Wien 17 Jahre ist es her, dass eine organisierte Bluttat bei der Fasangasse einen real existierenden Politthriller ins Leben rief - war der heutige iranische Präsident Ahmadinejad in die Morde verwickelt... Mehr Lesen
Iran ist ein Vielvölkerstaat Mustafa Hedschri, gegenwärtig Generalsekretär der PDKI schreibt, dass außerhalb des Iran nicht bekannt sei, dass der Iran in Bezug auf die Frage der nationalen Identität, Religion und Kultur pluralistisch sei.
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Eine Überblick über die Demokratische Partei Kurdistan Iran
Die PDKI ist die älteste politische Partei in Iranisch – Kurdistan. Sie ist am 16. Aug. 1945 gegründet worden. Aus verschiedenen Gründen ist diese Partei tief im Bewusstsein der kurdischen Bevölkerung verankert. Einerseits hatte die PDKI über eine sehr lange Zeit die Rechte der Kurden im Iran verteidigt und sich in den letzten 61 Jahren trotz mehrerer Zerschlagungen ihrer Organisation durch das Schah – Regime nicht unterkriegen lassen und ihre Aktivitäten fortgesetzt.
Andererseits waren und sind zahlreiche kurdische Persönlichkeiten und Intellektuellen in Iranisch - Kurdistan Mitglieder oder Funktionäre dieser Partei. Als eine der besonderen Eigenschaften der PDKI kann man die innerparteiliche Demokratie erwähnen, die innerhalb der politischen Parteien und Systeme im nahen und mittleren Osten keine Selbstverständlichkeit ist. Innerhalb der PDKI sind alle Gesellschaftsschichten und verschiedene politische Ansichten vertreten. Die kurdischen Nationalisten sind genau so präsent wie linksorientierte Persönlichkeiten. In Wirklichkeit ist die PDKI ein Sammelbecken verschiedener politische Ansichten, die alle auf die Erlangung der Rechte der Kurden abzielen. Genau deswegen bezeichnet sich die PDKI mit Recht als Vertreter aller iranischen Kurden.
Die Struktur der PDKI ist mehr oder weniger auf Basis des demokratischen Zentralismus aufgebaut worden. Das höchste Organ der PDKI ist der Parteikongress, der mit Abständen von drei bis vier Jahren aus Vertretern aller Partei- Organisationen abgehalten wird. Im Parteikongress können die innerparteiliche Regeln und die politischen Linie der Partei festgelegt bzw. geändert werden.
Außerdem wird im Parteikongress die Partei- Führung (Zentralkomitee) für die Zeit bis zum nächsten Parteikongress demokratisch gewählt. Es ist zu erwähnen, dass die PDKI die einzige kurdische Partei in allen Teilen Kurdistan ist, in der die Möglichkeit besteht, die Führungsmitglieder der Partei bis hin zum Generalsekretär zu wählen und durch neue Parteikader zu ersetzen. Im 13ten Parteikongress der PDKI im Juli 2004, wurde ein großer Teil der Parteiführung, darunter der damalige Generalsekretär abgewählt, und durch neu gewählte Kader ersetzt. In diesem Kongress der PDKI wurde nach einem Beschluss der Delegierten das „föderalistisch – pluralistische System, in dem die Rechte der Kurden als ein Volk anerkannt sind“, als zukünftige Strategie gewählt. Bisher strebte die PDKI nach Autonomie für die Kurden innerhalb Irans.
Die politischen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der PDKI hatten zweimal zu Spaltungen innerhalb dieser Partei geführt. Nach dem vierten Parteikongress der PDKI im Jahre 1980, hat sich eine Gruppe der Parteiführung die, der iranischen Tudeh – Partei nahe stand und als Siebener Gruppe bekannt wurde, von der Partei getrennt. Diese Gruppe nannte sich später Demokratische Partei Kurdistan Iran – Anhänger des Vierten Parteikongresses.
Sie verteidigten Ayatollah Khomeinis Politik als antiimperialistisch und unterstützten das neue Regime. Nach dem sie aber unter den Kurden kein Verständnis für ihre politische Linie fanden, lösten sie sich ein Jahr nach der Spaltung der PDKI auf, und die meisten ihrer Mitglieder sind zur Tudeh – Partei übergetreten, die damals noch dem islamischen Regime nahe stand. Die zweite Spaltung innerhalb der PDKI ist nach dem achten Parteikongress im Jahre 1988 zustande gekommen. Nach dem achten Parteikongress verließ eine Gruppe von Parteikadern die PDKI, weil sie mit den Ergebnissen des Parteikongresses, vor allem mit den neu gewählten ZK-Mitgliedern, nicht einverstanden war. Diese Gruppe gab am 21.03.1988 in einer Erklärung die Gründung einer neuen Partei unter den Namen „Demokratische Partei Kurdistan Iran – Revolutionäre Führung“ bekannt. Natürlich war diese Abspaltung für die PDKI ein politischer Schlag und führte dazu, dass auch die Anhängerschaft der Partei in Iranisch- Kurdistan sich spaltete.
Aber weil sich keine namhaften Persönlichkeiten der PDKI unter der Spaltungsgruppe befanden, konnte die PDKI – RF unter den Kurden nicht an Einfluss gewinnen, insbesondere auch weil diese Partei der unter den Kurden ziemlich unpopulären Organisation der Volks- Mujaheddin von Anfang an sehr nahe stand und von ihr unterstützt wurde. Im Jahre 1996 löste sich die PDKI – RF dann wieder auf und ihre Mitglieder kehrten wieder zu PDKI zurück.
Diese Rückkehr von ehemaligen rivalisierenden Mitgliedern der PDKI – RF wurde aber nicht von der gesamten PDKI als positiv empfunden. Nach dem Motto „wer einmal der Partei den Rücken kehrt, der tut es immer wieder“ argumentierten die Mitglieder der PDKI gegen die Rückkehr der ehemaligen Genossen.
Den schwersten Schlag bekam die PDKI aber erst dann, als der Generalsekretär dieser Partei - Dr. Abdul Rahman Ghassemlou - am 13. Juli 1989 in Wien von iranischen Agenten umgebracht wurde. Auch der Nachfolger von Ghassemlou - Dr. Sadeq Scharafkandi- war seinen Aufgaben gut gewachsen.
Nach dem Mord an Ghassemlou brachte er die Partei wieder auf die Beine und konnte die PDKI sowohl nach außen als auch nach innen gut vertreten. In den drei Jahren, die er an der Spitze der Partei stand, hatte er sich zwei Ziele gesetzt: das erste Ziel war, eine Art Koalition innerhalb der fortschreitenden iranischen Oppositionsparteien zustande zu bringen. Dafür erstellte er ein Konzept als Basis für die Gespräche. Sein politisches Konzept wurde von mehreren iranischen Oppositionsparteien begrüßt und damit hatte er eine gute Basis erreicht, um die schwache Opposition gegen das Regime zusammenzuführen und eine Alternative für die Zukunft des Iran zu schaffen.
Sein zweites Ziel war, den Weg von Ghassemlou – Internationalisierung der Kurdenfrage – weiter zu gehen. Er pflegte Beziehungen zu vielen politischen Kreisen in Europa. Im September 1992 besuchte Dr. Scharafkandi Berlin, um am Kongress der Sozialistischen Internationale (SI) – bei der die PDKI seit 1999 Observer - Mitglied ist - teilzunehmen. Nach diesem Kongress wurden er und seine Delegation bei einem Treffen mit Vertretern der iranischen Oppositionellen von durch die iranische Führung beauftragten Killern ermordet. Nach diesem Mordanschlag und der Verhaftung mehrerer Agenten, darunter Iraner und Mitglieder der libanesische Terrororganisation Hisbollah, ist es zu einem fünfjährigen Prozess –dem so genannten Mykonos Prozess - gekommen, in dem im April 1997 das endgültige Urteil gefallen ist, in dem
die Führung der Islamischen Republik Iran, als Auftraggeber für den Mord an den kurdischen Politikern verantwortlich gemacht wurde. Die PDKI kämpft nicht nur politisch gegen das Regime in Teheran, sondern verfügt auch über tausende bewaffnete Peschmerga – Einheiten (Freiheitskämpfer), die seit 1979 die iranische Streitkräften in Kurdistan bekämpfen. Die PDKI war und ist sich aber bewusst, dass sie alleine das Regime in Teheran nicht militärisch zu Fall bringen kann.
Die Demokratische Partei Kurdistan Iran verurteilt jede Art von Terror im Kampf für die Freiheit. In einem Interview mit der spanischen Zeitung „El Pais“ im Jahre 1989- kurz von seiner Ermordung- sagt Dr. Ghassemlou folgendes: „Es ist uns bewusst, dass auch wir durch Anschläge auf öffentliche Plätze und Entführung von Flugzeugen weltweit bekannt werden könnten und davon auch politisch profitieren würden. Wir operieren in Kurdistan gegen die Besatzungsmacht und das ist unser Recht auf Selbstverteidigung und darauf beharren wir. Aber wir haben noch nie außerhalb der kurdischen Gebiete eine Operation durchgeführt. Zusammengefasst stellten wir uns noch heute gegen jegliche Art von Terror und vertreten die Auffassung, dass die Kurdenfrage nur durch Verhandlungen und Dialog gelöst werden kann“
Die PDKI ist sich der wichtigen Rolle der internationalen Gemeinschaft insbesondere der westlichen Staaten und jener im nahen und mittleren Osten sehr bewusst und versuchte in den letzten drei Jahrzehnten durch diplomatische Kontakte zu führenden Persönlichkeiten bzw. politischen Parteien in Europa Unterstützung zu gewinnen.
Durch die internationale Kontakte der DPKI gelang dieser Partei im Nov. 1999 die Mitgliedschaft bei der Sozialistischen Internationale (IS) zu erlangen, die nach der UN die zweit größte internationale Organisation ist. Die PDKI ist die einzige iranische bzw. kurdische Partei des Iran der bei der SI Mitglied ist. Diese Mitgliedschaft der PDKI verschaffte ihr sowohl auf internationaler als auch auf regionaler Ebene noch mehr Anerkennung und Prestige.
Das Hauptquartier der PDKI befindet sich derzeit in Irakisch – Kurdistan ( Süd – Kurdistan ). Die Partei verfügt schätzungsweise über zehntausende Mitglieder die sich in Iranisch - Kurdistan, Irakisch – Kurdistan und in westlichen Staaten befinden.
Die Europa - Organisation der PDKI ist hauptsächlich für das Organisieren der iranischen Kurden im Westen und die diplomatischen Kontakte mit den westlichen Parteien, Parlamentarier, bzw. NGO, s zuständig. Die PDKI verfügt über mehrere inoffizielle Vertretungen in den EU – Ländern. Die Hauptvertretung befindet sich seit 1980 in Paris.
Die im Partei Kongress gewählten ZK – Mitglieder, die insgesamt aus 21 Vollmitgliedern und 10 weiteren Ersatzmitgliedern besteht, sind verpflichtet, die Beschlüsse des Parteikongresse umzusetzen. Das Zentralkomitee ist nach dem Parteikongress das höchste Organ der Partei. Innerhalb der Vollmitglieder des ZK werden 5 Personen gewählt, die dem Politbüro der PDKI angehören. Der Generalsekretär - derzeit Mustafa Hejri-, sein Stellvertreter und weitere drei Politbüro – Mitglieder Es ist zu erwähnen, dass bei der dritten Konferenz der Demokratischen Partei Kurdistans im Jahre 1971 zu einer Namensänderung der Partei kam. Es wurde beschlossen die Partei auf Demokratische Partei Kurdistan Iran – bis dahin Demokratische Partei Kurdistan - umbenennen. |
Dr.Sadeq Scharafkandi
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